Installation „park.platz von morgen“
Aufgabenstellung
Entsiegelung und Grünraumentwicklung sind wichtige Themen für die klimaangepasste Weiterentwicklung urbaner Räume. Mit ihnen beschäftigt sich das Projekt „die gärten von morgen – erinnern, pflegen, weiterdenken“. Im einst als „stadt von morgen“ errichteten Berliner Hansaviertel soll Nachbarschaft zum Mitmachen entstehen, um über eine gemeinschaftsbildende, denkmalgerechte und dennoch zukunftsorientierte Gestaltung städtischen Grüns nachzudenken.
Umsetzung
Gemeinsam entwickelten wir ein CI und eine Webseite für das Projekt. Um den Programmaktivitäten ein Zentrum zu geben, empfahl ich, auf einem ungenutzten Rewe-Parkplatz einen Community Space zu errichten. Dazu nahm ich Kontakt zu Jurek Brüggen (AFEA Association for Ecological Architecture) auf, der gemeinsam mit uns und Studierenden des Karlsruher Instituts für Technologie eine ortsspezifische Installation entwickelte. Aus der Durchgangszone vor dem heruntergekommenen Ladenzentrum entstand so ein Ort mit Aufenthaltsqualität, der Austausch und gemeinsame Aktion ermöglicht.
Ein Beet bildet das Zentrum der Installation und lädt zum Verweilen ein. Die im Raster des Plattenbelags zu Sitzflächen aufgestapelten Gehwegplatten stehen symbolisch für eine Teilentsiegelung der Fläche. Vertikale Holzelemente strukturieren die Installation. Solche so genannten „Baugespanne“ werden in der Schweiz eingesetzt, um die räumliche Wirkung geplanter Gebäude zu testen. Hier im Hansaviertel greifen sie die Rasterstützenstruktur des Ladenzentrums von Ernst Zinsser und Hansrudolf Plarre auf und regen spielerisch zum Weiterdenken der Fläche und der angrenzenden Trampelwiese an. Querverbindungen zwischen den Baugespannen werden zu einer Sitzbank und bieten Flächen für eine Aktionswand sowie eine kleine, von mir konzipierte Ausstellung. Sie erzählt mehr dazu, wie zur Zeit der Internationalen Bauausstellung 1957 über das Leben in der grünen Großstadt von morgen nachgedacht wurde. Die Wimpel an den vertikalen Holzelementen greifen die Leitworte von damals wieder auf und umreißen das angestrebte Lebensgefühl in der „stadt von morgen“.
Im Rahmen der Gartenwerkstätten werden Ideen gesammelt, wie der unter Denkmalschutz stehende, beschädigte einstige Rewe-Parkplatz nebst Trampelwiese dauerhaft attraktiver gestaltet werden könnte. Mehr zum Gesamtprogramm und den Aktivitäten auf dem park.platz von morgen finden Sie hier.
Das Projekt entstand im Rahmen des Festivals „Triennale der Moderne“ mit freundlicher Unterstützung durch das Landesdenkmalamt Berlin und das Bezirksamt Mitte.
Auftraggeber
interbau e.V., 2025 ff.
© Bilder: John Adler, Uwe Goessel, Cornelia Vossen