Workshop "Alphabet des Ankommens"

  Aufgabenstellung

Für das in Gründung befindliche Exilmuseum entwickelten wir 2021 erstmals auch Inhalte für den Bereich „Exil heute“: das "Alphabet des Ankommens". In einem Workshop fragten wir: Was gibt Geflüchteten das Gefühl und die Sicherheit, im Aufnahmeland wirklich angekommen zu sein? Was müssen beide Seiten – Geflüchtete ebenso wie die aufnehmende Gesellschaft – tun, damit das Ankommen gelingen kann? Dazu wollten wir Menschen im Exil selbst befragen.

  Umsetzung

Coronabedingt fand der Workshop online statt. Das A-Z diente als Halt gebende Struktur, um miteinander ins Gespräch zu kommen. In kleinen Break-Out-Sessions entwickelten wir zunächst gemeinsam die Begriffe. Die dazu gefallenen Aussagen wurden transkribiert und von den Geflüchteten durchgesehen und ergänzt. Aus den Zitaten entwickelten wir Kurztexte, die Bemerkungen unterschiedlicher Personen zu einer Kernaussage verdichteten. Diese wurden erneut von den Geflüchteten durchgesehen und in einer gemeinsamen Abschluss-Session finalisiert. Das Ergebnis sind nachdenklich stimmende und neugierig machende Texte, die die Hemmnisse, Herausforderungen und Wünsche an das Ankommen im neuen Land beschreiben – von H wie „Heimat“ über „Yallah! – Wir schaffen das“ bis Z wie „Zukunft“.

Ausschnitte aus dem „Alphabet des Ankommens“ sowie Wünsche der Geflüchteten an das Exilmuseum werden erstmals im Rahmen der Ausstellung "ZU/FLUCHT" des Exilmuseums am künftigen Standort, dem Anhalter Bahnhof, präsentiert. Herzlichen Dank an unseren Kooperationspartner We Refugees-Archive und die Workshop-Teilnehmer*innen Alaa, Ibrar, İsa, Kefah, Nazeeha und Widad.

  Auftraggeber

Stiftung Exilmuseum, Berlin 2021
© Bilder: Till Budde

Weitere Projekte


Am Anhalter Bahnhof entsteht das Exilmuseum! Die in Kooperation mit Studierenden der TU Berlin entwickelte Containerausstellung weist erstmals darauf hin und ermöglicht spannende Brückenschläge zwischen Flucht und Exil damals und heute ... >>

Kuratorin



Studierende der TU Berlin entwickeln innerhalb von zwei Semestern ein temporäres Gehäuse für das Exilmuseum, um am zukünftigen Standort des Museumsneubaus – dem Anhalter Bahnhof – auf das Projekt aufmerksam zu machen. Als Ausgangspunkt dienen ehemalige Wohncontainer für Geflüchtete. >>

Prozessbegleitung Kuration



Vom zentralen Anhalter Bahnhof flohen ab 1933 tausende von den Nationalsozialisten verfolgte Menschen ins Exil – darunter Heinrich Mann, Bertolt Brecht und Alfred Döblin. An diesem Ort des Abschieds und des Aufbruchs wird unter der Schirmherrschaft von Herta Müller und Joachim Gauck das Exilmuseum entstehen. >>

Kuratorin