Outreach "GOOD PLACE Lab"
Aufgabenstellung
Das Berliner Hansaviertel wurde 1957 im Rahmen einer Internationalen Bauausstellung als „stadt von morgen“ errichtet. Architektur, Stadtplanung und gesellschaftspolitische Visionen waren hier von Beginn an eng miteinander verknüpft. Ziel war es, die hier lebenden Menschen „zur Mitverantwortung gegenüber der Gemeinschaft im Sinne echter Demokratie“ zu bewegen (Zitat interbau-Katalog). Zum 70-jährigen Jubiläum des Viertels greift das GOOD PLACE Lab diese Vision auf und plant gemeinsam mit der Hansabibliothek einen anderthalbjährigen Erprobungs- und Beteiligungsprozess, um die hier befindliche, weitgehend ungenutzte Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche als Dritten Ort (Good Place) zu reaktivieren.
Umsetzung
Das GOOD PLACE Lab trägt den Anspruch der interbau 1957 in die Zukunft, indem es Raum für neue gesellschaftliche Visionen schafft und die Bedeutung öffentlicher Gemeinschaftsorte für die demokratische Praxis erlebbar macht. In seinem Zentrum stehen die Baudenkmäler Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche und Hansabibliothek: Diese sollen als konsumfreie, geistige Orte des Gemeinwesens sonntags für das (auch touristische) Publikum geöffnet und mit einem Programm bespielt werden, das Teilhabe, Austausch und Gemeinschaft ermöglicht. Die Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche soll zudem in einem strukturierten Innovationsprozess gemeinsam mit Akteur:innen aus Zivilgesellschaft, Kultur, Architektur und Stadtentwicklung als Dritter Ort (Good Place) neu gedacht und praktisch erprobt werden.
Ziel ist die modellhafte Entwicklung eines Konzepts sowie eines tragfähigen Netzwerks für die zukünftige Nutzung der Kirche – mit einer Strahlkraft über das Hansaviertel hinaus. Als offenes Schaufenster für das GOOD PLACE Lab fungiert dabei eine architektonische Intervention im Stadtraum, die die beteiligten Orte verbindet und auch außerhalb der Öffnungszeiten von Kirche und Bibliothek zur Beteiligung einlädt. Erste Ideen dazu wurden 2026 im Rahmen eines Seminars des Architekturdozenten Andreas Oevermann von Studierenden der Jade-Hochschule Oldenburg gesammelt – einige ihrer Entwurfsideen finden sich auf der Mitte dieser Seite.
Auftraggeber
interbau e.V., 2025/26 ff.
© Bilder: Cornelia Vossen, Entwürfe Studierende v.l.n.r.: Liza Ahlers/ Doaa EL-Debs, Lennard Rohe/ Laura Hadan, Jonathan Witt