Cornelia Vossen Kultur, Medien, Kommunikation im Raum

Gründung "Exilmuseum Berlin"

Aufgabenstellung

Bereits 2011 forderte die Literaturnobelpreisträgern Herta Müller in einem Brief an Bundeskanzlerin Merkel die Errichtung eines Exilmuseums. 2017 bildete sich unter ihrer gemeinsamen Schirmherrschaft mit Bundespräsident a.D. Joachim Gauck die Stiftung Exilmuseum Berlin, die das Museum aus bürgerschaftlichem Engagement heraus ins Leben ruft. Geplanter Standort für das Exilmuseum nach einem Entwurf von Dorte Mandrup ist die Fläche hinter der Portalruine des Anhalter Bahnhofs. Von diesem Zentralbahnhof Berlins, dessen Portalrest symbolisch den Zustand des Transits und des Aufbruchs spiegelt, flohen unzählige Menschen ins Exil.
Ich habe Aufbau, Konzeption und Realisation des Museums als Kuratorin und (nach dem überraschenden Tod des Gründungsdirektors Prof. Dr. Christoph Stölzl) als Künstlerische Leiterin bis Ende 2024 begleitet.

Zum Ursprung und der Idee des Projekts
Erstes Zeitzeugen-Interview: G. S. Troller

Umsetzung

In einer Zeit, in der die großen Flucht- und Migrationsbewegungen eine neue Sensibilität für Vertreibung, Emigration, Exil und Völkermord geweckt haben, möchte das Museum mithilfe einer szenografisch orientierten, medialen Themenausstellung "den Inhalt des Wortes Exil begreifbar machen" (Herta Müller). Dafür stellt es das Exil nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 exemplarisch in den Mittelpunkt. Die Erinnerung an dieses in deutschen Museen wenig beleuchtete Kapitel unserer eigenen Geschichte soll zugleich den Blick für die Exilschicksale heutiger Zeit öffnen. Was hat sich im 20.Jahrhundert verändert, dass von einem "Jahrhundert des Exils" gesprochen werden kann? Warum ist gerade das Exil der NS-Zeit in diesem Zusammenhang von Bedeutung? Und was können wir aus der Geschichte für das Heute lernen?

Mehr zu den Hintergründen und der Vision erfahren Sie in den von mir konzipierten Projektbroschüren und in der Kurzinformation/ Faltplakat "Was ist das Exilmuseum?" (2020)
Broschüre 2018 / Broschüre 2023 / Faltplakat

Pressespiegel auf der Webseite
www.stiftung-exilmuseum.berlin

Tiefere Einblicke in das Projekt erlaubte von Anfang 2023 bis Ende 2024 auch die von mir konzipierte und geführte "Werkstatt Exilmuseum" – eine Mischung aus Ausstellung, Labor und Forum – in der Berliner Fasanenstraße 24, in der Interessierte die Museumsentwicklung aktiv miterleben und -gestalten konnten. Mehr dazu ebenfalls auf dieser Webseite.

Auftraggeber

Stiftung Exilmuseum, Berlin 2017-2024
© Bilder/ Filme: Stiftung Exilmuseum Berlin